Gespräche

Wenn ich mich zurückerinnere an meine Kindheit und wenn ich ehrlich bin auch an meine Jugendzeit fällt mir ad hoc keine Frau in meinem näheren Umkreis ein, die sich mir als stark und selbstbewusst gegenüber ihrem Aussehen und ihrem Körper gezeigt hat.

Es gehörte zum guten Ton sich darüber zu beschweren, wie dick der eigene Bauch war und wie schwabbelig die eigenen Beine. Irgendwie so nachdem Motto, wer hat den am schwersten und am schlimmsten zu ertragenen Körper.

Alle anderen Frauen waren im Vergleich zum anderen Körper natürlich besser. Komplimente gegenüber anderen Frauen durchaus beliebt. Gleichzeitiges Reden über die eine, die ja alles essen kann ohne dick zu werden oder die eine, die ganz schön zugelegt hat und sich wohl nicht mehr unter Kontrolle hat. Bewertungen rund um die Uhr.

Ermutigen, ehrliche Gespräche, Körperakzeptanz oder sogar Körperliebe, Selbstliebe fand ich selten, kaum, nie.

Kein Wunder also, dass ich das für normal hielt. Wer sagte denn schon, ich bin schön. Ja, du kannst das tragen, aber ich mit meinen Armen doch nicht. Ja, du kannst n Bikini anziehen, aber ich mit meinem Bauch doch nicht. Ja, du kannst Absätze tragen, aber ich mit meiner Größe doch nicht. Ja, ich muss Absätze tragen, ohne die geht es nicht. Schau doch wie klein ich bin.

Ist das bescheuert. Es ist nicht erlaubt, sich schön zu finden. Und wenn man sich schön findet, dann bitte nicht darüber sprechen. Nicht, dass die Anderen noch denken, was man sich denn einbildet. Arroganz möchte man sich nicht nachsagen lassen.

Lass mir gerne deine Gedanken dazu in den Kommentaren da.

Lies dazu auch gerne meinen Artikel “Selbstliebe” oder “50 Jahre“.

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