Jojo

Was passiert eigentlich bei einer Diät? Was läuft da in unserem Körper ab? Warum wiegen wir nach Diäten eigentlich genau so viel wie zu Beginn oder manchmal sogar noch mehr? Warum liegt es nicht an unserer mangelnden Selbstdisziplin, dass Diäten zu 90% scheitern?

Der Startschuss

Es beginnt immer mit dem festen Willen und Entschluss etwas zu ändern, etwas zu verbessern, ab sofort möchten wir uns gesund ernähren, regelmäßig essen usw. mit dem Ziel unser Wunschkörpergewicht zu erreichen. Sobald wir uns dazu entschlossen haben, sagen wir mal „ab morgen“, geht es los. Sofort fangen wir an zu überlegen, was wir uns heute denn noch Schönes gönnen können, bevor es morgen los geht. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom „letzten Abendmahl“. 

Euphorie

Dann ist es soweit, wir setzen unser Vorhaben in die Tat um. Wir fühlen uns am Anfang einer Diät unfassbar gut, richtig stark und sind super stolz auf uns, weil wir den Kuchen in der Firma und auch die Süßigkeiten auf dem Geburtstag einfach stehen lassen können. Es macht uns nichts aus. Wir finden, das war eine wirklich sehr gute Entscheidung diesen Weg einzuschlagen. Zudem bemerken wir beim Gang auf die Waage, dass die Kilos allmählich weniger werden. Dies bestärkt uns in unserem Tun und wir freuen uns, dass wir uns so gut im Griff haben. Wir verlieren in dieser Phase einer Diät an Körpergewicht, weil unser Stoffwechsel noch auf dem zuvor gewohnten Level weiterarbeitet. Er verbraucht also mehr Energie, als wir ihm zufügen.  

Zurück im Leben

Mit der Zeit registriert unser Körper die verminderte Energiezufuhr und fängt an seinen Stoffwechsel daran anzupassen. Er bringt Verbrauch und Zufuhr an Energie wieder in Balance. Auf der Waage zeigt sich dies durch den bekannten Gewichtsstillstand, der wohl Allen bekannt ist, die sich schon mal auf eine Diät eingelassen haben. In dieser Phase kommt hinzu, dass unsere Motivation etwas sinkt, wir kommen so langsam wieder in der Realität, im Alltag an. So stresst uns dann beispielsweise ein Geburtstagsbesuch, weil wir den Versuchungen dort widerstehen wollen und Angst haben, dies nicht mehr zu können. Der Gewichtsstillstand trägt in diesem Falle natürlich nicht gerade zu unserer Motivation bei. Was uns in dieser Phase dann häufig geraten wird ist, durchhalten, weitermachen, nicht aufgeben. Und wir reduzieren die Energiezufuhr noch ein wenig mehr.

Dies führt dann im ersten Schritt wieder zu einer Gewichtsabnahme, im zweiten Schritt registriert unser Gehirn aber auch hier wieder die verminderte Energiezufuhr und passt seinen Stoffwechsel an. Nicht überlebenswichtige Körperfunktionen wie die Verdauung oder der Wärmehaushalt werden zurückgefahren. Manchmal äußert sich dies auch in Müdigkeit oder Gereiztheit.

Lust vs. Diätpolizei

Wir gehen also zu der Geburtstagsfeier und sagen uns, dass eine Ausnahme wohl okay ist, da wir uns ja nun schon sehr lange sehr gut im Griff hatten. Meistens wird daraus nicht nur eine Ausnahme, sondern wir verfallen in den Gedanken „Naja, jetzt ist es für heute auch egal“ und schlagen so richtig zu. Spätestens auf dem Weg nach Hause kommt unser schlechtes Gewissen, unsere Diätpolizei macht uns ein schlechtes Gewissen, weil wir uns nicht zusammengerissen haben. „So wird das nie was“, „So wirst du es nie schaffen“, „Kannst du dich nicht einmal beherrschen“. Wenn wir dann noch den erneuten Gewichtsstillstand auf der Waage bemerken, ist unsere Motivation meist komplett verschwunden. Gedanken wie „Jetzt strenge ich mich so an und trotzdem verliere ich nicht an Gewicht“ oder „Das bringt ja eh nichts, dann kann ich es auch lassen“ oder „Ich schaffe das nie“ kommen auf.

Dies ist meist der Startschuss wieder alles essen zu können, weil man es ja eh nicht schaffe. Und das machen wir dann auch und schlagen zu. Unser Körper registriert diese plötzliche Energiezufuhr und versucht mit diesem plötzlichen Überfluss zurecht zu kommen. Da er die gesamte Energie nicht sofort benötigt, fängt er an, etwas zur Seite zu legen. Er schafft Reserven an, wer weiß, wann es das nächste Mal zu einem Engpass kommt. Und so nehmen wir in der Regel das gesamte Gewicht wieder zu, welches wir vorher abgenommen haben und manchmal sogar noch ein wenig mehr.

Hallo Selbstzweifel

Zu der Gewichtszunahme gesellt sich dann sehr gern unser schlechtes Gewissen und unsere Selbstzweifel. Wir fühlen uns schlecht. Dabei können wir uns noch so anstrengen, unseren Körper können wir nicht überlisten. Und das ist auch gut so. Wir müssten unserem Körper eigentlich dankbar sein, dass er uns immer wieder eindeutig aufzeigt, dass der Diätweg nicht der Richtige ist. Anstatt unseren Körper zu verurteilen und uns dafür zu kritisieren, dass wir es nicht hinbekommen.

Nie wieder Diät

Fangen wir wieder an mit unserem Körper zusammenzuarbeiten, ihm zu vertrauen und Essen endlich wieder mit Leichtigkeit und Freiheit zu verbinden.

Kommt dir das bekannt vor? Ich freue mich über einen Kommentar von dir.

  1. […] bewusst entschieden haben. Was genau den daraus resultierenden Jojo-Effekt auslöst, erfährst du hier in meinem gleichnamigen Blogartikel. […]

  2. […] ich irgendwann herausfand, warum ich mich bzw. mein Körper sich so verhielt. Gründe für den sog. Jojo-Effekt lagen nicht in meiner mangelnden Selbstdisziplin oder an meinem fehlenden Willen. Es lag an meinem […]

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